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Glossary

Glossary

Common German legal terms — explained briefly for non-specialists.

The definitions reference German law and are kept in German for accuracy.

Abmahnung
Schriftliche Aufforderung, ein bestimmtes Verhalten zu unterlassen oder nachzuholen — mit Fristsetzung und Androhung rechtlicher Schritte. Im Arbeitsrecht Vorstufe zur Kündigung, im Urheber- und Wettbewerbsrecht eigenständiger Anspruch.
Abfindung
Einmalige Zahlung an Arbeitnehmer als Ausgleich für den Verlust des Arbeitsplatzes — meist im Rahmen eines Vergleichs vor dem Arbeitsgericht. Rechtsanspruch nur in Ausnahmefällen; typisch ½ bis 1 Bruttomonatsgehalt je Beschäftigungsjahr.
AGB
Allgemeine Geschäftsbedingungen. Vorformulierte Vertragsklauseln für eine Vielzahl von Fällen. In Verbraucherverträgen einer strengen Inhaltskontrolle nach §§ 305 ff. BGB unterworfen; unwirksame AGB sind ersatzlos nichtig.
Aufhebungsvertrag
Beiderseitiger Vertrag zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Kann zur Sperrzeit beim Arbeitslosengeld führen; Unterschrift immer erst nach anwaltlicher Prüfung.
Beschlagnahme
Vorübergehende Sicherstellung von Gegenständen durch Polizei oder Staatsanwaltschaft im Ermittlungsverfahren (§§ 94 ff. StPO). Dagegen kann Beschwerde eingelegt werden.
Bußgeldbescheid
Schriftliche Ahndung einer Ordnungswidrigkeit durch die Verwaltungsbehörde. Frist für den Einspruch: zwei Wochen ab Zustellung (§ 67 OWiG).
DDG
Digitale-Dienste-Gesetz. Nationales Umsetzungsgesetz zum EU Digital Services Act; enthält u.a. die deutsche Impressumspflicht (§ 5 DDG), ersetzt das frühere TMG.
Diversion
Einstellung eines Strafverfahrens gegen Auflagen (§§ 153, 153a StPO) — etwa Geldauflage an gemeinnützige Einrichtungen. Verbindet Beendigung ohne Urteil mit einem Beitrag zum Allgemeinwohl.
Einstweilige Verfügung
Vorläufige gerichtliche Eil-Entscheidung zum Schutz eines Rechts (§§ 935 ff. ZPO). Setzt Verfügungsanspruch und Verfügungsgrund voraus und ergeht oft binnen Stunden oder Tagen.
Eigenbedarf
Berechtigtes Interesse des Vermieters, die Wohnung selbst oder für Angehörige zu nutzen (§ 573 Abs. 2 Nr. 2 BGB). Muss konkret und plausibel begründet sein; „vorgeschobener“ Eigenbedarf ist unwirksam.
Fachanwalt
Titel für Rechtsanwälte mit nachgewiesener theoretischer und praktischer Zusatzqualifikation in einem bestimmten Gebiet. Vergeben von der Rechtsanwaltskammer nach der FAO.
Freispruch
Urteil, das den Angeklagten von der Beschuldigung befreit — entweder weil er nicht überführt ist (§ 267 Abs. 5 StPO) oder weil die Tat nicht strafbar war. Kosten und Auslagen trägt in der Regel die Staatskasse.
Haftpflichtversicherung
Versicherung, die Schäden ersetzt, die der Versicherte Dritten zufügt (Haftpflichtschäden). Bei Kfz-Unfällen gesetzlich vorgeschrieben; deckt Personen-, Sach- und Vermögensschäden.
Kündigung
Einseitige Beendigung eines Dauerschuldverhältnisses durch Erklärung. Formen: ordentliche Kündigung (mit Frist) und außerordentliche/fristlose Kündigung (mit wichtigem Grund).
Kündigungsschutzklage
Klage gegen eine Kündigung beim Arbeitsgericht, mit der die Unwirksamkeit festgestellt werden soll. Frist: 3 Wochen ab Zugang (§ 4 KSchG). Nach Fristablauf gilt die Kündigung als wirksam.
Mahnverfahren
Vereinfachtes, kostengünstiges Gerichtsverfahren zur Durchsetzung von Geldforderungen (§§ 688 ff. ZPO). Endet ohne Widerspruch mit Vollstreckungsbescheid — ein vollwertiger Vollstreckungstitel.
Nachlassinsolvenz
Insolvenzverfahren über den überschuldeten Nachlass (§§ 315 ff. InsO). Schützt den Erben davor, mit eigenem Vermögen für Nachlassschulden zu haften.
Nebenklage
Beteiligung des Opfers einer Straftat am Strafverfahren als Nebenkläger (§§ 395 ff. StPO). Möglich bei bestimmten Delikten — u.a. Gewalt- und Sexualstraftaten.
Prozesskostenhilfe
Staatliche Unterstützung für Gerichtsverfahren bei Personen mit geringem Einkommen (§§ 114 ff. ZPO). Deckt Gerichts- und Anwaltskosten, ggf. in Ratenzahlung zurückzuzahlen.
Rechtsanwaltskammer
Selbstverwaltungskörperschaft der Rechtsanwälte mit Aufsicht über die Berufspflichten. Pflicht-Mitgliedschaft; die Kammer Düsseldorf ist zuständig für den Bezirk inkl. Monheim.
RVG
Rechtsanwaltsvergütungsgesetz. Bestimmt die gesetzlichen Anwaltsgebühren — streitwertabhängig. Erstberatung eines Verbrauchers auf 190 € netto gedeckelt (§ 34 Abs. 1 RVG).
Schmerzensgeld
Billige Entschädigung in Geld für immaterielle Schäden — Schmerzen, Leiden, körperliche Beeinträchtigung. Bemessen nach Schwere, Dauer und Umständen der Verletzung (§ 253 Abs. 2 BGB).
Sozialauswahl
Prüfung bei betriebsbedingter Kündigung, wen es treffen darf. Kriterien: Dauer der Betriebszugehörigkeit, Lebensalter, Unterhaltspflichten, Schwerbehinderung (§ 1 Abs. 3 KSchG).
Sperrzeit
Zeitraum, in dem kein Arbeitslosengeld gezahlt wird — bei freiwilliger Arbeitsaufgabe oder Aufhebungsvertrag ohne wichtigen Grund (§ 159 SGB III). Regelfall: 12 Wochen.
Strafbefehl
Schriftliche Entscheidung des Gerichts im vereinfachten Verfahren ohne Hauptverhandlung (§§ 407 ff. StPO). Gegen Strafbefehle kann binnen zwei Wochen Einspruch eingelegt werden.
Unterlassungsanspruch
Anspruch auf künftige Abwehr einer Rechtsverletzung (§ 1004 BGB analog). Erfordert Wiederholungsgefahr. Verletzung wird in der Regel durch eine strafbewehrte Unterlassungserklärung abgesichert.
Vergleich
Vertrag zur gütlichen Streitbeilegung durch gegenseitiges Nachgeben (§ 779 BGB). Im Gerichtsverfahren regelmäßige Form der Beendigung — spart Kosten und Zeit, auch als Grundlage für Vollstreckung.
Vollstreckung
Zwangsweise Durchsetzung eines gerichtlichen Titels (Urteil, Vollstreckungsbescheid, Vergleich). Formen: Kontopfändung, Sachpfändung, Zwangsversteigerung, Gehaltspfändung.
Widerrufsrecht
Recht eines Verbrauchers, einen online/außerhalb von Geschäftsräumen geschlossenen Vertrag binnen 14 Tagen zu widerrufen (§§ 355 ff. BGB). Gilt auch für Online-Mandatsaufnahmen.
Zeugnisverweigerungsrecht
Recht, die Aussage als Zeuge zu verweigern — bei Verwandten (§ 52 StPO) oder aus beruflichen Gründen (§ 53 StPO, u. a. Ärzte, Anwälte, Geistliche).